Mobilfunk in Dorgendorf und die Jahresrückblicke

In der Jahresabschluss-Sitzung des Baunacher Stadtrats standen traditionell zahlreiche Berichte auf der Tagesordnung. Wie lief das Jahr beim Stadtmarketing? Wie arbeiteten die Behinderten- und die Seniorenbeauftragte? Auch Bürgermeister Tobias Roppelt blickte auf das Jahr 2021 zurück.

Vor den Berichten waren noch einige Beschlüsse zu fällen. Einstimmig brachte der Stadtrat die Aufhebung des Bebauungsplans „Hemmerleinsleite“ auf den Weg. Ziel ist, Antragsstellungen für Baumaßnahmen zu vereinfachen, da der Bebauungsplan aus dem Jahr 1969 stark veraltet ist. Zudem hat er seinen Steuerungszweck erfüllt, es gibt nur noch eine Handvoll unbebauter Grundstücke. Diese können nach der Aufhebung des Bebauungsplanes allesamt gemäß § 34 BauGB (Innenbereich) bebaut werden. Im Innenbereich sind Vorhaben zulässig, die sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung in die Umgebungsbebauung einfügen. Damit wird sichergestellt, dass auf den fünf verbleibenden Grundstücken nichts „siedlungsfremdes“ gebaut werden kann. Bereits in der Novembersitzung war über das Thema beraten worden.

In Dorgendorf soll ein neuer Mobilfunkmast entstehen, um die dortige Versorgungslücke zu schließen. In den vergangenen Jahren sei massiv Druck bei der Regierung der Oberpfalz, die für Mobilfunkangelegenheiten zuständig ist, gemacht worden, so Bürgermeister Tobias Roppelt. Auch Gespräche mit den Netzbetreibern hätten stattgefunden. Nachdem es bereits eine Förderzusage der Regierung gegeben habe, hätte sich nun aber die Telekom bereiterklärt, den Standort auf eigene Kosten auszubauen. Somit kommen auf die Stadt keine Kosten zu. Da sich die benötigten Flächen in der Hand von Privatbesitzern befinden, wird die Telekom in Kürze auf diese zugehen.

Kultur hauptsächlich draußen

Dann starteten die Berichte. Den Anfang machte Melanie Schmitt für das Stadtmarketing und die Stadtbücherei. 2021 sei erneut kein einfaches Jahr gewesen, man habe sich weiterhin durchkämpfen müssen. Dennoch konnten in der Stadtbücherei zahlreiche Veranstaltungen wie Klassenführungen, Aktionen mit Vorschulkindern und ein Flohmarkt stattfinden. Die Ausleihen liefen teils normal, teils als Click & Collect, wie auch aktuell. Dank eines Bundesprogramms zur Förderung der MINT-Fächer (Naturwissenschaften) konnte die Bücherei zahlreiche Spiele, Baukästen und mehr anschaffen. In Workshops in Zusammenarbeit mit Schule und Kindergarten werde es hiermit auch Angebote geben.

In Sachen Kultur war das Jahr eher veranstaltungsarm. Im Bürgerhaus fand wenig statt, das meiste wurde nach draußen verlagert, wie das Open-Air im Schlosspark. Am Marktplatz konnte eine Kirchweih to-go abgehalten werden, außerdem führte Reinhold Schweda wieder seine Nachtwächterführungen durch. Der bereits fertig geplante Weihnachtsmarkt hingegen musste kurzfristig abgesagt werden. In Sachen Tourismus wurde ebenfalls viel gearbeitet. Baunach ist nun Mitglied der Deutschen Fachwerkstraße, ein Panoramarundgang zum Erleben der Stadt am Computer und am Smartphone wurde entwickelt, der Wohnmobilstellplatz laufe trotz Einführung der Gebühren weiter gut, so Schmitt. Eine weitere Aufgabe des Stadtmarketings waren die Organisation dezentraler Impfangebote sowie der Betrieb der Schnellteststelle.

Im kommenden Jahr soll wieder das Blues- und Jazzfestival im Schlosspark stattfinden, auch ein Stadtfest ist geplant. Ob das möglich ist, ist allerdings noch fraglich, eine Entscheidung muss Anfang des neuen Jahres getroffen werden. Im Frühling und im Herbst stehen Märkte auf der Agenda, um Gewerbetreibende und Kunsthandwerker zu unterstützen. Diese Märkte müssten mit verkaufsoffenen Sonntagen kombiniert werden.

Erfolge bei der Barrierefreiheit

Die Seniorenbeauftragte Renate Drütschel lieferte einen Arbeitsbericht ab, der sich von Mai 2020 bis heute erstreckte. Corona habe viele Projekte erschwert, so dass sie sich besonders auf die Seniorensprechstunde, die Vernetzung mit den Seniorenbeauftragten in der Verwaltungsgemeinschaft und dem Landkreis sowie auf Weiterbildung fokussiert habe. Einiges konnte aber dennoch stattfinden, etwa ein Treffen im Seniorenzentrum oder der Austausch mit der Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit in Sachen Mehrgenerationenbegegnung. Hier wäre ein Mehrgenerationen-Spielplatz wünschenswert. Auch mit dem Stadtmarketing und dem Bürgermeister habe es Gespräche gegeben.

Ebenfalls einen Bericht ihrer Arbeit seit Mai 2020 hatte die Behindertenbeauftragte, Stadträtin Sabine Saam, für den Stadtrat. Aktuell leben in Baunach 711 Menschen mit mindestens Grad 20 einer Behinderung, 415 Schwerbehindertenausweise sind im Umlauf. Da weniger als zwei Prozent der Betroffenen eine angeborene Behinderung hätten, zeige das, dass jeder betroffen werden könnte. Im Juni 2020 habe ein Stadtspaziergang mit den Bürgermeistern stattgefunden, der zahlreiche Handlungsfelder aufgezeigt habe. Am Mühlsteig konnte eine Inklusionsbank aufgestellt werden, der Weg Richtung Bahnhofstraße nach dem Holzsteg wurde mit engmaschigerem Pflaster barrierefrei. Zu ihren Aktivitäten gehöre auch die Rubrik „Die Behindertenbeauftragte informiert“ im Mitteilungsblatt, eine Facebookseite sowie Beratungen. Wunschprojekte nannte sie auch: Ein Bronzetastmodell der Stadt Baunach sowie ein inklusives Spielgerät bei der nächsten Spielplatzsanierung.

Bald sind die Hölzernen Männer wieder zugänglich

Auch Bürgermeister Tobias Roppelt ließ das Jahr 2021 Revue passieren. Wichtige Projekte waren der Digitalpakt Schule mit einer Förderung von fast 200.000 Euro, die Ausstattung der Schulen mit Luftfiltergeräten, die Entwicklung von Baugebieten (Röderweg, Hemmerleinsleite IV), die Fertigstellung des Radwegs Richtung Appendorf sowie der Bau des Bike-Parks auf dem Gelände der Firma Messingschlager – hier werde es im Frühjahr noch eine offizielle Einweihung geben. Ebenfalls errichtet wurde eine neuen Urnengrabanlage im Friedhof, fortgeführt wurde das Sturzflutrisikomanagement mit den ersten Baumaßnahmen.

Im kommenden Jahr soll die Sanierung der Grund- und Mittelschule mit Bauabschnitt I starten, ebenso der Umbau des Rathauses. Ein Waldkindergarten wird eingerichtet, der Spatenstich für die Mehrzweckhalle könnte erfolgen. Im Frühjahr ist mit der Fertigstellung der Zehntscheunen-Sanierung zu rechnen, wo die Hölzernen Männer untergebracht werden. Stattfinden wird auch ein Architektenwettbewerb zum Alten Rathaus / Heimatmuseum.

Weiteres aus dem Stadtrat

Roppelt informierte noch, dass die Baunach-Allianz bis Ende März wieder Ideen für das Regionalbudget sucht. Hier können Kleinprojekte von Kommunen, Vereinen und auch Privatpersonen gefördert werden. Das Corona-Testzentrum im Bürgerhaus habe aktuell wieder geöffnet, rund 100 Testungen pro Tag fänden statt. Gut sei, dass in der Verwaltungsgemeinschaft jeden Tag Tests möglich seien. Weitergeführt wurden auch die dezentralen Impftermine.

Bereits in der Novembersitzung hatte der Stadtrat beschlossen, zusammen mit den anderen Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft eine mobile Klärschlammpresse anzuschaffen, um unabhängiger zu werden und den Auftrag nicht an externe Dienstleister vergeben zu müssen. Von den Gesamtkosten von ca. 300.000 Euro entfallen auf die Stadt Baunach rund 140.000 Euro, wenn alle vier Kommunen mitmachen.

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